„It had to be done“ -Es musste getan werden- von Stephen Mack- Navajo- Code Erfinder erinnern an den II. Weltkrieg

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Es musste getan werden, so lautet der von mir übersetzte Titel des Buches von Stephen Mack, einem Schriftsteller, Nachfahren der Tohono Oòdham – Indianer, das jetzt, 70 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, von großem Erinnerungswert ist. Hier wurde der verheerende Krieg am 8. Mai 1945 beendet, doch der Krieg im Pazifik dauerte noch bis zum 2. September 1945 an, dem Datum der Kapitulation Japans. Am 7. Dezember 1941 war der Krieg im Pazifik durch den Überfall Japans auf Pearl Harbor angezettelt worden.

Im 20. Jahr des Bestehens des Arizona- Clubs Dresden, geleitet von Jörg Ewald und den bewährten Vorstandsmitgliedern Karl Knietzsch, Dr. Volkmar Kunze, Dr. Bernard O. Otremba -Blanc, Dr. Ingolf Roßberg und Renè Wagner, möchten wir an die bewundernswerte Leistung der Mitglieder des Navajo- Indianerstammes- Dinè- erinnern, literarisch vorgestellt in dem zu herzen gehenden Buch der Mitglieder der Navajo- Code- Talkers Association, unter Stephen Mack. Jörg Ewald konnte noch im September 2014 mit dem ältesten Überlebenden, Bill Toledo, in Albuquerque/ New Mexiko, zusammentreffen, der an den Kämpfen von Guam und Iwo Jima teilgenommen hatte. Bill hatte das Buch signiert und Jörg zum Inhalt wichtige Hinweise gegeben.

Japan, das unter der Politik des hakko ichiu ( acht Ecken der Welt unter einem Dach) handelte, begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Politik der Eroberung. Im Jahre 1931 fiel die Mandschurei Chinas an die Kwantung Armee, eine extrem nationalistische Abteilung des japanischen Militärs. Am Morgen des 29. Januar 1932 wurde das Chapai Viertel von Shanghei durch japanische Trägerbomber eingeäschert, tausende Frauen und Kinder wurden dabei getötet. Japan trat aus dem Völkerbund aus; 1940 unterzeichnete Japan das Dreierabkommen mit Deutschland und Italien, worauf die Vereinigten Staaten von Amerika den Eisen- und Stahlexport nach Japan einstellte, nachdem es Indochina überfallen hatte. Japan erkannte, dass das Ölproblem einen Krieg mit Amerika unvermeidbar machen würde. Per Beschluss sollte der Erstschlag gegen die USA ohne Vorwarnung erfolgen, was am 7.Dezember 1941 auf Pearl Harbor geschah.

Präsident Franklin D. Roosevelt erklärte Japan am 8. Dezember den Krieg, Deutschland und Italien erklärten Amerika drei Tage später den Krieg.

Der Fehdehandschuh war geworfen und die Vereinigten Staaten konnten nun nicht länger die sich rasant entwickelten Gräueltaten in Europa und Asien beobachten. Sie griffen zunächst mit einer dezimierten Flotte in den Krieg ein, die Japaner erzielten weitere Siege; Guam, Burma, Wake Island und Hong Kong fielen. Der Wendepunkt für die Alliierten kam schließlich am 4. Juni 1942, als Japan den Kampf von Midway verlor, was die erste erlittene Niederlage der Navy Japans in ihrer Geschichte war. Die Japaner gerieten in die Defensive.

Das Volk der Navajo- Dinè- der Menschen- übersetzt , das fast drei Jahrhunderte lang den Vormarsch der Spanier im Südwesten der USA aufgehalten hatte, dann von der amerikanischen Kavallerie, unter Oberst Kit Carson im Jahr 1864 mit 1000 Mann im Land der Heiligen Berge niedergemetzelt wurde, zum langen Todesmarsch 300 Meile südwärts nach Fort Summer bei Santa Fe gezwungen wurde, denen die Versprechen im Friedensvertrag größtenteils nicht erfüllt worden waren, hatte einen entscheidenden Beitrag zu dieser Wende beigetragen. In den letzten Jahren wurden sie dafür mehrfach geehrt. Die beiden Navajo- Krieger, John Brown Junior und Chester Nez, erhielten 2001 von Präsident George W. Bush die höchste amerikanische zivile Auszeichnung, die Goldmedaille des Kongresses, 7,5 cm breit, ein knappes Pfund Feingold, im Wert von 32000 Dollar.

Und der Hollywood- Film „Windtalkers“, Regie John Woo, Hauptrolle Nicolas Cage als weißer Unteroffizier, folgte im Juli 2002, der von der Geheimwaffe der Amerikaner im Kampf gegen die Japaner, den nie entschlüsselten Code der Marines, den Code der Navajo- Talkers, handelt. Leider, so empfanden es die Navajo- Talkers, spielten sie nur die Nebenrollen und fanden sich nicht entsprechend ihrer Leistung gewürdigt. Der Regisseur hatte sich nicht einmal mit der Navajo- Kultur beschäftigt. sondern sie als Stereotype des Indianers generell dargestellt, mit Federn, Lendenschurz, Tipi-Zelt, also völlig artfremd.

Für die Reklame- Flüge, oder Reisen durch das gesamte Land der USA, hatten sie keinen Cent erhalten.

Im Pazifik- Kampf konnten die Japaner bisher alle Geheimcodes entschlüsseln, wussten auf welcher Insel der nächste Angriff geplant wurde; da erinnerte man sich im Hauptquartier daran, dass im Ersten Weltkrieg schon indianische Code- Talkers eingesetzt worden waren, damals Komantschen, deren Sprache allerdings auch Deutsche sprechen konnten. Die Navajo- Sprache verstanden nur etwa zwei Dutzend Fremde, keine Deutschen, keine Japaner, und daher wandte sich die Marine an zunächst 30 junge Männer, die einen entsprechenden Code ausarbeiten sollten. In diesem Code vertrat jeder Buchstabe mehrere Alternativen, so konnte der Buchstabe A auch be-la-sana ( Apfel) heißen oder tse-nill( Axt), dazu kamen 200 militärische Code- Wörter, wie besh-lo (Eisenfisch) für Unterseeboot, doch -he-tik-hi (Kolibri) für Kampfflugzeug.

Mit diesem Geheimcode- Alphabet konnten die Navajo- Code- Talkers eine dreizeilige Nachricht in 20 Sekunden übermitteln, während eine Chiffriermaschine dazu eine halbe Stunde gebraucht hätte. Die Anzahl der Code- Talkers vergrößerte sich auf 400 im Einsatz des Pazifik- Krieges.

“ In dem Kampf gegen Japan vor gut 60 Jahren, stand die Frage eines möglichen Sieges Japans als keine belanglose; die absolute Existenz der Vereinigten Staaten von Amerika stand auf dem Spiel. Der Zweite Weltkrieg war ein Kampf unvorstellbaren Ausmaßes, einer, in dem die Navajo-Code Erfinder eine entscheidende Rolle spielten. „1

Es ist geplant, die Übersetzung dieses Buches zum 20. Jahrestag der Gründung des Arizona- Clubs Dresden / Sachsen, der Navajo- Code- Talker  Association in Arizona als Geschenk zu übergeben.-

Ursula Maria Ewald / 7. Oktober 2015

Literaturangaben:

  1. Der Tagespiegel vom 30.Juli 2002/ Nr. 17 838, Seite 3
  2.  „It had to be done“, von Stephen Mack, März 2008,
  3. Whispering Dove Design, LLC, zu Zitat 1: Übersetzung, S.6
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